Aktive Imagination
Eine von C. G. Jung wieder entdeckte sehr alte Form der Selbstbegegnung. Bekannt ist ein altägyptischer Papyrus mit dem Titel «Gespräch eines Lebensmüden mit seinem Ba», der in den Studien aus dem C.G.Jung-Institut Zürich veröffentlicht wurde, sowie das im Hochmittelalter verfasste Werk von St. Bonaventura «Soliloquium über die vier geistlichen Übungen», auch dies ein inneres Zwiegespräch zwischen Mensch und Seele. Die Literatur der Mystik beschreibt viele Beispiele und Möglichkeiten des inneren Zwiegesprächs mit einer wissenden Instanz, der inneren Weisheit.
Eine wichtige Voraussetzung, um die Aktive Imagination durchführen zu können, ist die Fähigkeit des Menschen, sich selbst zu reflektieren und sich, im Rahmen der evolutionär gewachsenen Möglichkeiten, selbst abzubilden, zu reflektieren. Die Selbstreflexion ist wohl die allgemeine Basis der Selbst-Erfahrung. Es handelt sich immer um ein Zwei-Personen-Stück, wobei das Ich-Bewusstsein die eine Seite, während das Selbst, die innere Weisheit, die andere Seite personifiziert.
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